Die Kreditkarte

Qual der Wahl: Tipps für Gebrauch und Anschaffung der Kreditkarte

Ein kleines praktisches Stück Plastik hat das Bargeld teilweise abgelöst, obwohl der deutsche Verbraucher sehr an dem Bargeld hängt, wird der Unterschied besonders im Ausland deutlich. Keine fremde Währung mehr in den Händen, kein Gedanke an Wechselkurse, kein Umrechnen, Einkaufen wird sicherer und bequemer. All das macht die Kreditkarte im Ausland so beliebt mit weiterem Potenzial, denn der Beliebtheitsgrad auch hier im Land steigt. Mittlerweile sind mehr als 30 Millionen Kreditkarten hier im Lande im Umlauf und von diesen gibt es hunderte von Varianten.

Welche Kreditkarte ist für mich die richtige? Dieser Artikel soll einen Überblick schaffen, denn wie so oft findet sich im Detail der Unterschied:

  • Abrechnungsmodus
  • Zusatzleistungen sowie
  • Gebühren

Was kann die Kreditkarte?

Kreditkartenbesitzer können in Restaurants, Geschäften, Hotels und andere Dienstleister mit dieser Karte weltweit bezahlen. Somit ist die Grundfunktion bei den Kreditkarten die gleiche. Aber nicht jedes Unternehmen akzeptiert jede Kreditkarte. Denn die Händler müssen eine Provision von 0,3 bis 4% an die Kreditkartenunternehmen zahlen, besonders gilt dies für kleinere Unternehmen. Für Visa und MasterCard Zahlungen müssen Händler 0,3 Prozent des Umsatzbetrags zahlen. Bei American Express Kreditkarten sind es über 2 Prozent. Daher akzeptieren die meisten Geschäfte keine Zahlungen per American Express Kreditkarte.

Es besteht auch kein Anspruch auf Kartenzahlungen. Besonders im Onlinehandel sind Kreditkarten sehr beliebt. Schon allein der Gedanke, dass man mit einer Kreditkarte an vielen Geldautomaten weltweit Bargeld abheben kann ist beruhigend. Außerdem bieten die meisten Karten unterschiedliche Zusatzleistungen sowie Bonusprogramme Versicherungen und Rabatte.

Für welchen Anbieter entscheide ich mich und welche Anbieter stehen zur Auswahl?

In Deutschland dominieren zwei Anbieter: Visa und MasterCard (ehemals Eurocard). Visa ist Marktführer. Beide Anbieter vertreiben ihre Kreditkarten über große Unternehmen und über die Banken. Wobei diese Unternehmen das Design der Karte bestimmen, die Karten selbst ausgeben und auch die Gebühren festlegen. Die Kreditkartenunternehmen wickeln den Zahlungsverkehr ab. American Express (Amex) arbeitet direkt mit dem Endkunden und ist die Nummer 3 auf dem deutschen Markt.

Wie erfolgt die Abrechnung?

Es gibt wesentliche Unterschiede bei der Abrechnung. Wer eine Monatsrechnung in Raten bezahlen möchte, kann dies über eine Credit oder Revolving-Card tun. Für eine monatliche Abrechnung ist die Charge-Karte gut geeignet, denn der ausgegebene Betrag wird als Ganzes in einer festgelegten Zeit fällig, meist im Folgemonat. Eine Debitkarte ist mit einem Girokonto verbunden, die Kartenzahlung wird auf dem Girokonto sofort abgebucht bzw. sehr zeitnah. Diese Karte gleicht der Girocard der Sparkassen und Banken die zum Girokonto ausgegeben wurde (landläufig auch als “EC-Karte” bezeichnet).

Sonderform Prepaid- Karte

Die Prepaid Kreditkarte unterscheidet sich von den anderen Kreditkarten. Ein Guthabenbetrag kann auf einer Prepaid Karte geladen und dann verbraucht werden. Der Karteninhaber kann also nur so viel Geld ausgeben wie er auf die Karte geladen hat, die Ausgaben sind begrenzt. Besondere Beliebtheit findet diese Karte bei Eltern deren Kinder zum Studium oder zum Schüleraustausch im Ausland sind und auch bei Menschen die nicht mehr kreditwürdig sind.

Doch nicht jede Firma akzeptiert diese Prepaid-Karte. Viele Autovermieter beispielsweise sehen hinter dieser keine vollwertige Kreditkarte und lehnen sie als Sicherheit ab. Wer sich dafür entschieden hat seine Geschäfte über eine Prepaid-Karte abwickeln zu lassen, sollte die Bedingungen im Voraus genau prüfen, denn die Verbraucherzentrale in Niedersachsen warnt vor erhöhten Gebühren und mit dem Versprechen Kredite zu gewähren, wobei oft unseriöse Anbieter dahinterstecken. In der Regel sind Prepaid-Kreditkarten teurer als “normale” Kreditkarten. Kostenfreie Prepaid Kreditkarten gibt es meist nur in Verbindung mit anderen Produkten, wie einem Girokonto.

Kosten der Kreditkarten

Für die Kredite fallen die Kosten unterschiedlich aus. Viele Unternehmen werben mit einer kostenlosen Kreditkarte, doch der Preis steckt oft in einer Jahresgebühr in den Folgejahren oder versteckt sich in der Gebühr eines Girokontos oder anderer Zusatzleistungen. Dazu fallen weitere Nutzungskosten für diese Karte an. Auch ist es üblich, dass im Ausland Einzelhändler zusätzliche Gebühren verlangen und andere wiederum nicht. Bargeld abheben am Automaten ist auch nicht immer kostenlos. Im Ausland können die Gebühren bis 5% der Rechnungssumme sein, mit einer anderen Karte kostenlos. Wenn das Konto kein ausreichendes Guthaben aufweist, können Zinsen anfallen.

Verbraucher sind gut beraten, im Vorfeld zu überlegen, wofür die Kreditkarte genutzt werden soll und welche Leistungen besonders wichtig sind. Einige Kreditkarten kosten zwar eine Jahresgebühr, haben aber umfangreiche Zusatzleistungen und Versicherungen. Der separate Abschluss dieser würde teilweise mehr kosten, als die Jahresgebühr der Kreditkarte.

Welche Kreditkarte passt zu mir?

Sollte ich bei meiner eigenen Hausbank eine Kreditkarte beantragen? Der bequemste Weg ist nicht immer der günstigste.

Kreditkarten werden angeboten auch wenn kein Girokonto vorhanden ist, deshalb kommt es auf die Nutzung der Karte an. Wer oft im Ausland ist und in einer fremden Währung bezahlt, sollte eine andere Kreditkarte wählen, es kommt dabei aber darauf an, ob derjenige in die Eurozone reist oder in ein anderes Land. Auch von Bonusprogrammen kann der Kunde profitieren, wenn er regelmäßig beim gleichen Anbieter einkauft. Es gibt verschiedene Seiten im Internet, wo man die Bedingungen von Kreditkarten vergleichen kann.

Gibt es eine Grenze bei Missbrauch?

Kriminelle versuchen immer wieder die Daten der Kreditkarten zu stehlen. Somit ist ein Missbrauch nicht auszuschließen. Phishing wird ganz oft von den Betrügern genutzt. Wie gehen sie dabei vor? Beziehungsweise was wird unter Phishing verstanden? Es wird Versuche, über Kurznachrichten, E-Mails und gefälschte Webseiten an die persönlichen Daten eines Benutzers des Internets zu gelangen, das heißt es wird ein Identitätsdiebstahl begangen.

Dem Kunden wird ein Schaden zugefügt, indem der Hacker sich der Daten bemächtigt und danach das Konto plündert. Im Internet benötigt man zum Bezahlen den Karteninhaber, die Kreditkartennummer, das Ablaufdatum und die Prüfziffer, die auf der Rückseite der Karte angegeben ist. Somit ist ein Missbrauch – sofern die Daten vorliegen – ganz leicht. Da diese Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr ganz dem heutigen Standard entsprechen, wurden in den letzten Jahren weitere Sicherheitsmerkmale eingebaut, wie SecureCode oder Verified by Visa, bei denen der Kunde eine zusätzliche PIN, TAN oder Passwort eingeben muss.

Auf 150,00 Euro ist die gesetzliche Haftung begrenzt, wenn der Besitzer der Kreditkarte sich nicht fahrlässig verhält.

Aber: Wenn die Geheimzahl mit der Karte zusammen aufbewahrt wird, ist es eine fahrlässige Handlung. Wegen grob fahrlässigem Verhalten des Bankkunden kann der Schadensersatz abgelehnt werden.

Was tun, wenn die Kreditkarte weg ist?

Achtung: Handeln ist wichtig und zwar ganz schnell

Sie müssen schnell handeln, wenn ihre Kreditkarte oder Girocard gestohlen wurde oder sie nicht wissen, wo sie sich befindet.

  • Wählen Sie die Servicenummer des kartenausstellenden Instituts
  • Wählen Sie die 116 116 falls Sie die Servicenummer nicht zur Hand haben
  • Bei diesem Anruf können Sie gleich eine neue Kreditkarte bzw. Girocard und die dazugehörige PIN anfordern
  • Bei Verlust im Ausland die Vorwahl +49 vorwählen.

Was kann ich selbst tun?

Wichtig ist deshalb, dass man die Kreditkarte niemals aus der Hand gibt und die PIN auswendig gelernt wird und sich nicht aufschreibt. Falls die PIN doch notiert wird, wenn möglich “verschlüsselt” und an einem separaten Ort lagern. Auf keinen Fall zusammen mit der Kreditkarte. Die Kreditkarte sollte nur in seriösen Geschäften und bei seriösen Händlern im Internet verwendet werden. Immer seine Abrechnung prüfen und zwar genau, ob die Zahlungen von einem selbst getätigt werden und nicht das Posten doppelt gebucht wurden.