Kontaktloses Bezahlen

Kontaktloses Bezahlen mit NFC

In vielen Ländern ist das längst Standard, dass jeder Kartenbesitzer beim Bezahlen mit einer Kreditkarte oder Bankkarte durch einen Funk Chip bezahlen kann. Diese Technik wird in Deutschland leider noch ganz wenig genutzt, da die Händler beziehungsweise die Kunden diese neue Technik abbremsen.

Hier ein paar Erfahrungen:

Eine Kassiererin in einem Supermarkt (Lidl) in Köln, stutzte nicht schlecht. Als der Kunde seine PIN eingab, wurde auch schon der Kassenbon gedruckt. Als die Kassiererin dem Kunden die Quittung und seine Karte zurückgeben will, fragt Sie sich „Was ist jetzt los?“. Im Kartenlesegerät befindet sich keine Karte, sie staunt nicht schlecht. Wie hat er das gemacht?

Bei McDonald’s in Berlin staunte die Mitarbeiterin nicht schlecht. Wie immer viele Kunden und ausgerechnet jetzt will auch noch einer mit Karte bezahlen. Sie denkt gerade darüber nach: Kugelschreiber suchen, zwei Zettel ausdrucken, Kunden unterschreiben lassen und Unterschrift vergleichen. Doch was ist jetzt? Der Kunde verlässt McDonalds, die Kassiererin hinterher „Bitte warten Sie“. Warum? Ich möchte Ihre Karte sehen.

DIE NEUERUNG war ihr unbekannt. Mit einer schnellen Berührung des Terminals an der Kasse mit der Bank- bzw. Kreditkarte, und Schwups die Zahlung erfolgt. 1,29 Euro für den Cheeseburger, im Handumdrehen ohne Unterschrift und Pin wurde die Bezahlung erledigt.

Da kann der Kunde schnell unter Betrugsverdacht stehen, wenn er diese Zahlungsart in Deutschland einsetzt. Nur wenige Kunden nutzen diese schnelle Art zu Bezahlen. Obwohl sich auf den meisten Kreditkarten das Logo für die Funkwellen befindet, wird es von den Kunden nicht genutzt.

Wenn der Wert des Einkaufs nicht die Schwelle von 25,00 Euro übersteigt, kann diese schnelle Zahlungsmethode eingesetzt werden. Der Kunde braucht nicht einmal die Eingabe der vierstelligen Geheimzahl (PIN) zu tätigen und auch keine Unterschrift leisten.

In anderen Ländern zum Beispiel Großbritannien, Spanien und den skandinavischen Ländern ist diese Zahlungsmethode gang und gäbe (weit verbreitet). Einfach die Karte einige Zentimeter vor das Gerät an der Kasse halten, die Freigabe abwarten und dann gehen. In Deutschland nutzen es nur Kunden, die Technikfreaks sind oder sich eben auskennen. Das liegt daran, dass die meisten Kunden vorsichtig sind und die Banken haben es verpasst, die Kunden über die Funktion der Funkchips aufzuklären. Doch der Umschwung wird kommen.

Viele Kunden kennen nicht die neuen Funktionen

In Deutschland ist eine drahtlose Bezahlung per Funk eigentlich auch Standard. Es hat die Bezeichnung (NFC) Near Field Communication. Seit 2015 gibt es Richtlinien des Konzerns MasterCard, die vorsehen, das drahtlose Zahlungen akzeptiert werden, wenn die Kreditkarte und Bankkarten mit dem Maestro Logo versehen sind. Fest steht, ab 2018 soll es überall eingeführt sein. Es weiß niemand, dass viele Terminals an den Kassen schon bereit sind.

So zum Beispiel bei den:

  • Tankstellenketten
  • Fast-Food-Ketten und
  • große Supermarktketten

Fast die Hälfte der kleineren Händler verweigern das Einführen der neuen Technik, wie durch eine Umfrage des Handelsinstituts EHI festgestellt wurde. Das ab 2018 alle Terminals der Kassen auf die die Funktion der Funkchips oder Smartphones umgestellt sein werden, bezweifeln die Experten. Denn wenn der Kunde es nicht extra verlangt, wird es weiterhin bei einigen Geschäften so bleiben, dass der Kunde seine Karte in den Schlitz steckt.

Kontaktloses Bezahlen wurde von den meisten deutschen Banken lange ignoriert

Für die Banken hatte sich das Thema jetzt erstmals erledigt, es war nur eine “Propaganda” von MasterCard. Doch die Firmen MasterCard und Visa sehen jetzt eine Chance in der drahtlosen Technik. Sie hoffen dadurch, dass noch mehr Kunden Kreditkarten beim alltäglichen Bezahlen im Supermarkt oder an der Tankstelle nutzen. Die anderen Banken versuchen dies schon seit einigen Jahren mit ihren eigenen Karten.

Den Branchen kostete die Markteinführung von GiroGo viel Geld, denn die Banken statteten die Karten (Girocard) mit der Funk-Funktion aus. Die Verbraucher kennen die Girocard auch als
EC-Karte, die Umbenennung erfolgte 2007. Im normalen Sprachgebrauch wird sie immer noch als EC-Karte bezeichnet. Sparkassen arbeiten bereits mit NFC-Chips unter dem Synonym „Girogo“. Bei den Sparkassen wurden 45 Millionen Bankkarten mit diesem Funk-Chip versehen.

Vorteil oder Nachteil für den Kunden? Eher ein Nachteil für Nutzer, denn er muss erst ein Guthaben auf die Karte aufladen, ehe er die Karte einsetzen kann. Die Sparkassen haben das erkannt und wollen diese Technik jetzt anders einsetzen. Sie konzentrieren sich jetzt auf Fußballstadien, Kantinen und Straßenbahnen, weg von den Ladenkassen.

Sicherheitsbedenken bei den Verbrauchern

Jedoch ist das Thema bei den Banken noch nicht vom Tisch. Denn ab 2017 soll die Girocard kontaktlos auch an den Terminals im Einzelhandel lesbar sein.

Es gibt ein Unterschied zum GiroGo, denn früher musste der Kunde ein Guthaben auf die Karte gebucht haben. Dieses fällt jetzt weg, denn der Betrag wird sofort vom Konto abgebucht. Auch hier ist es möglich, wie bei den Kreditkarten, bis zu einem Betrag von 25,00 Euro keine PIN oder Unterschrift zu leisten. Deshalb werden von verschiedenen Banken, wie zum Beispiel die Volksbank oder die Sparkasse bereits die ersten Karten ausgegeben, mit den Schwingen Logo. Die Banken testen in aufwendigen Pilotprojekten die eigentlich schon längst etablierten kontaktlosen Verfahren. Es kann jedoch noch einige Jahre dauern bis jeder Verbraucher die entsprechende Girocard in seiner Geldbörse hat. Bis dahin kann jedoch das kontaktlose Bezahlen bei Kreditkarten problemlos genutzt werden.

Dass die Kunden das Funkverfahren noch nicht so nutzen, liegt daran, dass bei Ihnen das Sicherheitsdenken eine große Rolle spielt. Es wird immer wieder über Hacker-Angriffe auf Girocards und Kreditkarten berichtet, beziehungsweise das auch die Daten wie die Kartennummer und das Ablaufdatum über ein Smartphone ausgelesen werden.

Doch so einfach haben es die Karten Betrüger nicht, denn es ist erstmal ein Händler im Internet zu finden dem es reicht, nur das Ablaufdatum und die Kartennummer anzugeben um dann an die Ware zu kommen. Außerdem müssen auch die Betrüger erstmals sehr nah an die Karten des Verbrauchers kommen. Der Vorteil für den Kartenbesitzer (Kunde) ist, dass auf der Karte ein dreistelliger Sicherheitscode aufgetragen ist, der aber nicht auf der Karte gespeichert ist.

Standard in anderen Ländern wie Großbritannien und Asien

Jedoch gibt es Lücken auf die Kritiker, in Bezug auf das kontaktlose Bezahlen, hinweisen. Zum Beispiel bei dem Online Großhandel Amazon, denn dort kann der Kunde ohne die entscheidende Sicherheitsabfrage Einkaufen. Es liegt somit nicht an den kontaktlosen Karten, dass sie unsicher sind, sondern Amazon möchte nicht, dass der Kunde beim Kauf wegen der extra Eingabe seinen Einkauf abbricht. Lieber haftet Amazon für den Schaden selbst.

Aus dem Datenschutzbericht von 2015 des Landes Nordrhein-Westfalen geben Datenschützer den Banken klare Anweisungen, die da lauten: „Die zunächst verbraucherfreundlich wirkende Verfahren stellt besonders hohe Anforderungen an die Datensicherheit“. Die Finanz Wirtschaft fordert folgende zwei Punkte:

  1. Es muss die Möglichkeit bestehen die Funk Funktion der GiroGo Karte abzuschalten
  2. Die Banken müssen auf Wunsch des Kunden eine Schutzhülle für die Karte zur Verfügung stellen, damit die Kontonummer nicht ausgelesen werden kann

Diese Punkte werden jetzt schon erfüllt.

Da die Kunden die Erfahrung mit der neuen Technik noch nicht so haben, wird bei vielen Kunden immer noch die Angst bestehen bleiben. Denn Vertrauen hat viel mit Erfahrung zu tun. In vielen Ländern ist die kontaktlose Karte ein Alltagsgegenstand. So zum Beispiel in den Ländern wie Großbritannien oder Asien. Dort nutzen die Menschen seit vielen Jahren täglich bereits das Funk-Bezahlsystem, denn ohne die kontaktlose Karte in der Geldbörse würden sie nicht mal eine U-Bahn besteigen können.

Aber auch in Deutschland könnte es durch die Nutzung der Smartphones eine Lösung geben. Denn Google mit Android Pay sowie Apple mit dem Bezahlsystem Apple Pay nutzen die gleiche Technik, nur, dass der Funkchip im Smartphone und nicht in der Karte eingebaut ist. Es wird noch eine Weile dauern, bis die Banken mit den Tech-Größen zusammenarbeiten. Jedoch kann es bald eine Mobillösung geben, denn die Deutsche Bank will mit MasterCard eine eigene Lösung auf den Markt bringen.