Kreditkarte im Urlaub: Der richtige Umgang

Wer sich einen Urlaub im Ausland gönnen möchte, im Europäischen Raum oder außerhalb der EU, erleichtert sich diesen durch das Mitführen einer Kreditkarte. Warum? Ganz einfach. Mit einer Kreditkarte ist eine Zahlung jederzeit bequem, schnell und einfach möglich. Zusätzlich ist eine Mitnahme von unnötig viel Bargeld unerheblich.

Nehmen Sie diese Möglichkeit in Anspruch sollten Sie sich aber jederzeit einiger Situationen und Sicherheitsmaßnahmen bewusst sein. Im Euro-Raum, sowie außerhalb dieser Zone lauern an jeder Ecke Gebühren. Wenn Sie nicht aufpassen zahlen Sie viel mehr als eigentlich nötig wäre.

Dieser Artikel nennt Ihnen einige Aspekte, denen Sie im Urlaub begegnen können und nennt Ihnen wichtige Tipps, wie Sie mit Ihrer Kreditkarte sparen und das Beste für sich herausholen können.
Alle Aspekte für Sie hier im Überblick:

  1. Vorsicht bei der Flugbuchung
  2. 3 Alternativen für einen entspannten Urlaub
  3. Datenklau vorbeugen
  4. Im Notfall die Sperrhotline wählen
  5. Gebühren am Geldautomaten
  6. Abrechnung in Euro oder Landeswährung
  7. Auslandseinsatzgebühr

1. Vorsicht bei der Flugbuchung

Schon vor dem Urlaubsantritt, genauer genommen bei der Reiseplanung, können Gebühren auf Sie zukommen. Achten Sie genau darauf welche Zahlungsmittel die jeweiligen Anbieter Ihnen zur Verfügung stellen. Einige Fluggesellschaften oder Flugvermittler können Ihnen am Ende des Buchungsvorganges mit der Kreditkarte ein extra Entgelt berechnen. Dabei wird Ihnen womöglich keine alternative Zahlungsmöglichkeit angeboten. Trifft das auf Sie zu, wechseln Sie am besten den Anbieter. Oft ist es auch der Fall, dass viele Flüge, auch wenn Sie relativ teuer sind, bereits alle Leistungen im Preis mit enthalten haben. Mögliche Schnäppchenangebote haben diese im Preis nicht mit drin, sondern verlangen dafür einen Aufschlag. Im Endeffekt sind diese Flüge dann nicht mehr viel billiger. Alternativ könnten Sie natürlich auch mit einer anderen Zahlungsmethode den Flug zahlen.

2. 3 Alternativen für einen entspannten Urlaub

Besuchen Sie das Ausland mit dem erfolgreichen Trio aus Bargeld, Girokarte und Kreditkarte, sind Sie womöglich für jede Situation am besten ausgerüstet. Dazu raten Ihnen auch Verbraucherschützer.

Für einen Einsatz Ihrer Girokarte im Ausland informieren Sie am besten frühzeitig Ihre Bank und holen sich die nötigen Informationen dazu ein. Oftmals kann eine Girokarte in einigen Ländern nur begrenzt oder gar nicht genutzt werden. Das liegt an dem so genannten Geoblocking. Dieses dient zum Schutz und sorgt dafür, dass der Einsatz der Karte in einigen Ländern nicht erlaubt ist. Somit wird das Kartenausspähen für Betrüger äußerst unattraktiv. Eventuell kann die Bank Ihre Girokarte für einen Gebrauch im Ausland freischalten.

Andererseits kann es auch vorkommen, dass das Zahlungssystem an sich im Ausland nicht weit verbreitet ist. In vielen Ländern der Welt wird in erster Linie mit Kreditkarte gezahlt – im Gegensatz zu Deutschland. Daher sollten Sie sich vorher informieren, ob die klassische “EC-Karte” auch wirklich akzeptiert wird.

3. Datenklau vorbeugen

Am besten vermeiden Sie den Datenklau Ihrer Kreditkarten, wenn Sie sich an die üblichen Empfehlungen und Sicherheitsratschläge halten.

In manchen Fällen sind allerdings auch Profis in Sachen Vorsicht machtlos. Deep Insert Skimming ist eine Methode, bei der Betrüger winzige Wanzen in Kartenschlitze von Bankautomaten platzieren. Beim Einführen der Karte werden dann die benötigten Daten entwendet. Diese Technik wird im Moment in der Türkei, USA und anderen Ländern verwendet. Deutschland blieb bisher davon verschont.

Falls Sie ein Opfer davon werden sollten, können Sie einen großen Verlust vermeiden, indem Sie Ihre Kreditkartenabrechnung auf auffällige Zahlungen überprüfen.

Zur Freude des Verbrauchers sank allerdings die Zahl ausgespähter Girokarten. Laut der Debit-Schadensstatistik für das erste Quartal 2016 sank die Zahl von 83 auf 77 innerhalb einer Jahresfrist. Am häufigsten waren die Länder Italien, Türkei, Indonesien, Spanien und Großbritannien von dem Datenklau betroffen.

4. Im Notfall: Sperrhotline 116 116

Falls es Ihnen doch passiert, dass Sie Ihre Kreditkarte aufgrund von Fremdverschulden verlieren, wenden Sie sich so schnell wie möglich an die Sperrhotline 0049 116 116. Diese ist täglich 24 Stunden für Sie erreichbar. Zur Sicherheit gibt es noch eine andere Nummer, die zusätzlich für das Ausland freigeschaltet wurde, 0049 30 4050 4050. Mindestens eine dieser beiden Nummern wird im Ausland funktionieren.

Speichern Sie sich diese Nummern vor Reiseantritt in ihr Handy ein. Bewahren Sie bestenfalls einen Zettel mit den Nummern im Rucksack oder Koffer auf, für den Fall, dass Ihr Handy entwendet werden sollte.

Der Sperrhotline haben sich mittlerweile die meisten Anbieter abgeschlossen. Erfragen Sie in ihrer Bank dennoch sicherheitshalber, welche Sperrnummer für Ihre Karte gültig ist.

5. Gebühren bei Geldabhebungen

Egal ob im nicht-europäischen Ausland oder selbst im eigenen Land. Bei dem Gebrauch der Kreditkarte muss der Besitzer sich oftmals auf Gebühren einstellen. Oftmals wird das gleich beim Geldabheben in anderen Filialen oder im Ausland sichtbar. Die Gebühren unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.

Wer eine Kreditkarte von der Consorsbank oder DKB besitzt, kann weltweit kostenlos Bargeld abheben. Nur die möglichen Kosten, die durch den Gebrauch des Geldautomaten anfallen können, muss jeder Nutzer selbst bezahlen. Das kommt häufig in Thailand oder den USA vor.

Wer bereits über Bargeld verfügt, muss dieses irgendwann im Nicht europäischen Ausland wechseln, um Bezahlungen durchführen zu können. Die Frage dabei ist:

  • Wechsle ich mein Geld bereits im Inland in einer Wechselstube?
  • Wechsle ich das Geld im Ausland?

Es ist immer von Vorteil, wenn Sie eine gewisse kleine Summe der anderen Landeswährung bei sich haben um womöglich das Taxi vom Flughafen bis zum Hotel oder andere kleinere Sachen sofort zu bezahlen. Für das restliche Geld lohnt es sich, dies bei einer Wechselstube im Ausland zu wechseln, da der Wechselkurs hier günstiger ist. Informieren Sie sich dafür vor Ihrer Reise im Internet und finden Sie die günstigsten Konditionen.

6. Abrechnungen in Euro oder Landeswährung?

Am Automaten

Häufig kann es Ihnen passieren, dass Sie beim Abheben von Bargeld am Automaten gefragt werden, ob Sie das Geld in der Landeswährung oder in Euro abrechnen möchten. Wählen Sie am besten die Option, das Geld in der Landeswährung abrechnen zu lassen. Selbst die bekannte Dynamic Currency Conversion (DCC) kann bei einer Sofortumrechnung teuer werden.

Laut einem Finanztest werden teilweise Aufschläge von 2,6 bis 12 Prozent für eine Umrechnung verlangt, wenn diese nicht über die eigene Filialbank läuft. Gerade in Polen, Großbritannien, Tschechien und Dänemark fällt die Gebühr besonders hoch aus. Automatenbetreiber profitieren ebenfalls von diesen Kosten.

Per Karte

Auf sofortige Umrechnungen in Euro stoßen Sie auch in vielen Läden und Hotels. Großbritannien, Polen, Kroatien und die Schweiz dienen hier als Beispiel. Leider gibt bei der Bezahlung keine ausreichenden Hinweise, nur eine kleine Info auf dem Display des Kartenlesegeräts. Die Gebühr liegt dabei etwa bei 2 bis 5 Prozent. Das ist um einiges günstiger als am Automaten.

7. Die Auslandseinsatzgebühr

Egal wo Sie sich auf der Erde befinden, Sie können nahezu überall an einem Automaten ihr Bargeld beziehen und mit Ihrer Kreditkarte bezahlen. Aufgrund dessen gewinnt eine Kreditkarte auf Reisen immer mehr an Bedeutung. Bei der Beantragung sollten Sie sich allerdings vorher erkundigen, ob ein gewisses Auslandseinsatzentgelt oder Fremdwährungsgebühren außerhalb der Euro-Zone auf Sie zukommen kann. Diese haben meist eine Höhe bis zu 2 Prozent des Kartenumsatzes.

Falls Sie viel reisen, lohnt sich wahrscheinlich eher eine Kreditkarte bei denen solche Kosten sehr gering oder gar nicht anfallen. Dafür könnten allerdings die Abhebegebühr am Automaten und die Jahresgebühr vergleichsweise höher sein.

Sind Sie sich all dieser Faktoren bewusst und treffen eine richtige Entscheidung bei der Auswahl Ihrer Kreditkarte, werden Sie die Freuden und die Entspanntheit, welche diese Karten im Urlaub mit sich bringen, genießen können.

Kreditkarte und PIN besonders im Urlaub getrennt aufbewahren

Jedem Benutzer einer Giro- oder Kreditkarte ist bewusst, dass er aus Sicherheitsgründen Karte und PIN getrennt mit sich führen sollte. Nur mit der Karte oder der PIN allein ist ein Kartenmissbrauch kaum möglich. Ansonsten ist eine Kreditkarte für den Urlaub nicht nur selbstverständlich, sondern geradezu notwendig. Sie ist heutzutage ein weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel. Darüber hinaus ersetzt sie durch Bargeldverfügungen am Geldautomaten die Mitnahme von Reiseschecks, den Travellerschecks sowie von ausländischem Bargeld. Weltweit gängige Kreditkarten werden, in alphabetischer Reihenfolge, von American Express, von Diners Club, MasterCard und von VISA herausgegeben. Angeboten werden sie von Banken und Sparkassen bis hin zu speziellen Unternehmen als Kreditkartenanbieter im In- und Ausland. Doch für den Urlauber ist Kreditkarte nicht gleich Kreditkarte. Je nach Anbieter kann es sich um eine kostengünstige oder um eine teure Kreditkarte handeln; oder aber um eine mit nur wenigen respektive attraktiven Zusatzleistungen auf dem Reise- und Urlaubssektor. Vor diesem Gesamthintergrund ist ein Kreditkartenvergleich mehr als lohnenswert, um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis herauszufinden.

Zu den Kriterien einer guten Kreditkarte im Urlaub gehören

  • Uneingeschränkte Akzeptanz im In- und weltweiten Ausland
  • Dichtes Netz an Geldautomaten zum Bargeldabheben
  • Gebührenfreiheit für Bargeldverfügungen
  • Möglichst niedrige bis hin zu keine Fremdwährungsgebühren
  • Höhe des bonitätsabhängigen Kartenkredites
  • Niedriger Effektivzinssatz für den Kartenkredit
  • Ein- bis zweimonatiges zinsfreies Zahlungsziel für alle Kreditkartenverfügungen
  • 24h Telefonsupport des Kartenanbieters
  • Keine Haftung beziehungsweise niedrige Haftungsgrenze bei Kartenmissbrauch [Diebstahl, Verlust]

Außerdem wichtig, Sonderleistungen des Kartenanbieters wie

  • Auslandskrankenversicherung
  • Reisekostenrücktrittsversicherung
  • Gepäckversicherung
  • Rabatt bei Mietwagenbuchungen
  • Vergünstigung bei Kreditkartenbezahlung der Urlaubsbuchung

Kreditkarte im Urlaub – Viele Vorteile überwiegen deutlich die wenigen Nachteile

Es fällt ausgesprochen schwer, Nachteile zu finden, die mit der Kreditkartenbenutzung im Urlaub direkt im Zusammenhang stehen. Unabhängig davon, ob es sich um eine Kreditkarte mit Kartenkredit oder um eine Prepaid-Kreditkarte handelt, muss der Karteninhaber vor Urlaubsantritt für eine ausreichend hohe Kartenkontodeckung sorgen; sei es durch das Kreditlimit oder durch den Guthabensaldo. In einem längeren Urlaub ist die genaue Kontrolle der Ausgaben sicherlich nicht immer einfach, aber auch nicht unmöglich. Empfehlenswert ist das Führen einer Excel-Tabelle von der ersten Kartenverfügung an. In einem Urlaub zu zweit ist es hilfreich, wenn beide Reisende eine Kreditkarte mit sich führen; sei es die eigene Haupt- oder eine Partnerkarte. So kann bei jeglichem Missgeschick, vom Verlust der Kreditkarte über die Beschädigung bis hin zum Kartenmissbrauch der Zeitraum überbrückt werden, bis die Ersatzkarte verfügbar und freigeschaltet ist.

Kostentreiber Nummer Eins – Auslands- sowie Geldautomatengebühr

Bei Auswahl der geeigneten Kreditkarte für den Auslandsurlaub lohnt sich ein genauer Blick in das Preis-/Leistungsverzeichnis, wie dort die Fremdwährungsgebühr definiert wird. Die Eurowährung ist üblicherweise eine Inlandsgebühr; und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in der Eurozone. Doch wie ist die Situation in Übersee, zum Beispiel in Französisch-Guayana. Das Land am Atlantik gehört zu Frankreich und führt den Euro als Landeswährung.

Einige Kreditkartenanbieter berechnen unterschiedlich hohe Fremdwährungsgebühren

  • für Länder innerhalb der Euro-Zone ohne Eurowährung
  • für andere europäische Länder
  • für außereuropäische Länder

Gebührenfreies Geldabheben am ausländischen Geldautomaten heißt nicht immer, dass dem Karteninhaber keine Kosten entstehen. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, im Preis- und Leistungsverzeichnis oder auch im Kleingedruckten ist häufig zu lesen, dass der jeweilige Geldautomatenbetreiber dazu berechtigt ist, nach eigenem Ermessen Gebühren zu erheben. Die werden von einigen Kartenanbietern auf Antrag hin erstattet, von den meisten unter ihnen jedoch nicht. Selbst, wenn während des Geldabhebens die Höhe der Gebühr angezeigt wird und der Vorgang beendet werden kann, ist dem Karteninhaber nicht geholfen. Er braucht das Bargeld und muss notgedrungen zahlen.

Sonder- und Zusatzleistungen reduzieren Reisekosten an anderer Stelle

Die angebotenen Versicherungs- und Dienstleistungen rund um den Urlaub sollten nicht unterschätzt werden. Reiseversicherungen sind für eine Urlaubsreise unverzichtbar. Zusammen mit den Kosten für einen Mietwagen inklusive der Vollkaskoversicherung ergibt sich durch die Auswahl der „richtigen Kreditkarte“ schnell eine Kosteneinsparung im dreistelligen Bereich. Dieser Minderausgabe stehen keine anderweitigen Mehrausgaben gegenüber; es handelt sich dabei um eine wirkliche Einsparung durch die geschickte Kreditkartenauswahl.

Resümee zur Kreditkarte im Urlaub

  • Schon bei der Urlaubsbuchung sollte die dafür geeignete Kreditkarte einsatzbereit sein
  • Der eventuell zu niedrige Kartenkredit lässt sich durch ein zusätzliches Kartenguthaben „aufbessern“
  • Die Servicenummer des Kartenanbieters gehört zu den Reiseunterlagen, vergleichbar wichtig wie der Reisepass oder das Visum