Kreditkarte im Ausland – Auf diese Punkte müssen Sie achten

Auf Reisen im Ausland ist die Kreditkarte ein wichtiger Begleiter. Hier erfahren Sie, welche Gebühren beachten werden müssen.

Die Kreditkarte ist in der heutigen Zeit das gängige Zahlungsmittel im Ausland, einmal abgesehen vom Barbezahlen in der jeweiligen Landeswährung. Zu den bekanntesten Kreditkartenherausgebern mit weltweiter Akzeptanz gehören MasterCard und VISA. Akzeptanz heißt in diesem Sinne, dass der Kartenbenutzer einerseits im Einzel- und im Onlinehandel bargeldlos mit der Kreditkarte bezahlen kann, und dass andererseits Barverfügungen am Geldautomaten möglich sind. In beiden Fällen handelt es sich um Bankdienstleistungen, die der Karteninhaber in Anspruch nimmt. Die Herausgeber und Anbieter von Kreditkarten sind allesamt Kapitalgesellschaften. Ihre Aufgabe ist es, Umsatz und Gewinn zu generieren; oder anders gesagt, Geld zu verdienen. An diesem Punkt beginnen Wettbewerb und Konkurrenzkampf. Alle Bankleistungen rund um die Kreditkarte sind weitestgehend automatisiert, also ohne menschliche Manpower. Umsatz und Gewinn steigen mit zunehmend hoher Auslastung von Hardware und Software der Dienstleister. Die werben ihrerseits mit der kostenlosen Kreditkarte oder zumindest kostengünstigen Kreditkarte; wohlwissend, dass sie an irgendeiner Stelle der langen Dienstleistungskette Einnahmen generieren müssen. Der Karteninhaber sollte es sich zur Aufgabe machen, die Kreditkartenangebote dahingehend zu vergleichen, dass seine persönliche Kartenbenutzung möglichst kostengünstig bleibt. Zu den unvermeidbaren Kosten gehören diejenigen für eine Kreditkartenbenutzung im Ausland. Und auch hier lohnt sich ein detaillierter Vergleich des Preis-Leistungs-Verhältnisses; denn Ausland ist nicht gleich Ausland, und Fremdwährung nicht gleich Fremdwährung.

Was bedeutet “Ausland” hinsichtlich der Kreditkartennutzung?

Zunächst zur Definition einzelner gängiger Begriffe. Geworben wird mit einer weltweiten Akzeptanz der Kreditkarte sowie mit Millionen Akzeptanzstellen und zigtausenden Geldautomaten auf allen Kontinenten. Damit ist die Benutzbarkeit der Kreditkarte angesprochen, was jedoch nichts über mögliche Kosten aussagt. Als nächstes muss der Begriff Ausland konkretisiert werden. Zu den unterschiedlichen Bezeichnungen gehören

  • das europäische Land, in dem nicht die Eurowährung gilt, sondern die eigene Landeswährung
  • jedes europäische Land, das kein Mitglied der Europäischen Union ist
  • alle Länder der Eurozone; also diejenigen, in denen die Eurowährung das gesetzliche Zahlungsmittel ist
  • das weltweite außereuropäische Ausland ohne Eurowährung
  • in seltenen Fällen das außereuropäische Ausland mit Eurowährung, beispielsweise in französischen Überseegebieten
  • … weitere Ausnahmen im buchstäblich Kleingedruckten des einzelnen Kreditkartenanbieters [aktuelles Thema Brexit/GP-Währung]

Unterschieden wird, abhängig von der Kreditkartenbenutzung, in

  • Abhebegebühr am ausländischen Geldautomat
  • Fremdwährungsgebühr für die Kartenbenutzung im stationären Einzelhandel

Kartenanbieter und Geldautomatenbetreiber werben damit, dass sie aufgrund von Kooperationen eine kostenlose Akzeptanzstelle für diese oder für jene Kreditkarte sind. Damit steht fest, dass die Bargeldverfügung mit einer anderen Kreditkarte auf keinen Fall kostenlos sein kann. Jetzt kommt es nur noch auf die Kostenhöhe an. Darüber hinaus kann jedoch grundsätzlich jeder Geldautomatenbetreiber eigenständig entscheiden, ob und in welcher Höhe er Gebühren für die einzelne Barverfügung erhebt. Gängige Praxis ist es, dass die Gebührenhöhe während des Abhebevorganges angezeigt wird. Der Karteninhaber hat jetzt noch die Möglichkeit, den Buchungsvorgang abzubrechen. Geholfen ist ihm damit jedoch nicht. Der Weg und die Mühe hin zu diesem Geldautomaten sind umsonst gewesen; also außer Spesen nichts gewesen. Einen Hinweis erhält der Karteninhaber oftmals durch den Aufkleber am Geldautomaten, mit dem auf die Akzeptanz der betreffenden Kreditkarte/n hingewiesen wird. Doch das ist keine Pflicht, sondern ein Goodwill des Automatenbetreibers. Häufig sind Barverfügungen in der Eurowährung im Ausland und somit im weiteren Sinne in der Eurozone kostenlos.

Die Fremdwährungsgebühr bei Zahhlungen im Ausland

Für bargeldlose Bezahlungen in ausländischer Landeswährung, also außerhalb der Eurowährung, wird eine Fremdwährungsgebühr berechnet, die alternativ auch Auslandsgebühr genannt wird. Die Dienstleistung des Kartenanbieters ist das Umrechnen des bargeldlos verfügten Betrages von der ausländischen Landes- in die Eurowährung als „Heimatwährung“ des Karteninhabers. Diese Gebühr ist ein Prozentsatz, der unter den Kreditkartenanbietern variiert. Hierzu ist ein genauer Kreditkartenvergleich so aufschlussreich wie notwendig. Je höher der Auslandsumsatz auf dem Kreditkartenkonto ist, umso höher ist die Fremdwährungsgebühr, und desto größer das Einsparpotential bei Auswahl des günstigsten Kartenanbieters. In den meisten Fällen handelt es sich um einen feststehenden Prozentsatz, manchmal auch um eine gestaffelte Gebühr beginnend ab einem festen Prozentsatz aufwärts.

Vor der Kreise ins Ausland eine möglich Sperre aufheben

Um bei einer Reise in ferne oder in eher exotische Länder unliebsame Überraschungen vor Ort zu vermeiden, sollte sich der Reisende vorab beim Kartenanbieter nach der Kartenakzeptanz rückversichern. Einige unter ihnen sperren aus Sicherheitsgründen die Kreditkartenbenutzung. Das merkt der Karteninhaber erst dann, wenn seine Kartenzahlung, wie es genannt wird, nicht durchgeht, und wenn der Geldautomat die Auszahlung verweigert. Dann beginnt das große und unerfreuliche Rätselraten nach dem Warum.

Fazit: Vor Vertragsabschluss mehrere bis zahlreiche Kreditkartenangebote vergleichen mit dem Fokus auf das infrage kommende Ausland im Urlaub oder anlässlich der Geschäftsreise.