5 Tipps, wie Sie sich vor Kreditkartenbetrug schützen

Es kommt immer wieder vor, dass Kriminelle mit gefälschten Kreditkarten oder mit gestohlenen Kreditkartendaten einkaufen. Hier die 5 wichtigsten Tipps, wie Sie sich als Verbraucher vor dem Missbrauch ihrer Kreditkarte schützen können.

Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei in Deutschland laut Kriminalstatistik weit über 8000 Fälle von Kreditkartenbetrug, hinzu kommen über 1000 Delikte von Fälschungen an Zahlungskarten. Dabei gehen Kriminelle sehr unterschiedlich vor. Mithilfe von E-Mails, dem sogenannten Phishing, versuchen sie an Kreditkartendaten heranzukommen oder die Geldautomaten werden manipuliert. Damit sie diese Betrügereien vorbeugen können, lesen Sie unsere Tipps.

1. Gehen sie mit ihren eigenen Daten vorsichtig um

Ob Online oder Offline es gilt immer dasselbe, vorsichtig sein. Beachten Sie, dass Ihre Kreditkarte in Verbindung mit der vierstelligen Geheimzahl niemals zusammen in der Geldbörse oder an einem anderen Ort gemeinsam aufbewahrt werden soll. Wenn Sie die Geheimzahl getrennt halten von der Kreditkarte, erhöhen Sie die Sicherheit und gehen auch nicht grob fahrlässig um. Andernfalls müssen Sie selbst bei Kreditkartenbetrug für den Schaden haften.

Größte Vorsicht auch im Internet. Lieber zweimal überlegen ob Sie Ihre Daten einem Anbieter anvertrauen und wenn möglich hinterlegen Sie Ihre Daten nicht bei zu vielen Unternehmen. Wenn Sie E-Mails erhalten sollten, in denen sie aufgefordert werden, ihre Online-Banking Zugangsdaten oder Ihre Kreditkartendaten einzugeben, kommen Sie dieser Aufforderung auf keinen Fall nach. Denn mit solchen Mails (Phishing), versuchen Kriminelle und Betrüger ihre sensiblen Daten abzufragen. Diese E-Mails werden einen seriösen und echten Schein haben, doch Ihre Bank wird niemals Ihre persönlichen Daten per E-Mail abfragen. Das gilt natürlich auch für andere Anbieter wie Amazon, PayPal und Co. Erhalten Sie von diesen eine E-Mail mit der Aufforderung Ihre Daten zu bestätigen, klicken Sie niemals auf diese Links. Wenn Sie Zweifel haben, kontaktieren Sie das Unternehmen, den Anbieter oder Ihre Bank direkt und prüfen Sie genau ob alles rechtens abgewickelt wird.

Was die vierstellige Kreditkarten PIN betrifft, diese Geheimzahl benötigen Sie nur im Handel um zu bezahlen oder Bargeld am Geldautomaten abzuheben. Auf keinem Fall jedoch, darf sie im Internet auf irgendeine Art und Weise eingegeben werden. Wenn sie am Automaten Ihre Geheimzahl eintippen, überzeugen Sie sich, dass niemand mitlesen kann. Halten sie ihre Hand über das Eingabefeld und lassen sie niemanden über die Schultern schauen.

2. Besonders achtgeben beim Online-Shopping

Besonders achtsam sollten Sie sein, wenn sie mit der Kreditkarte online einkaufen. Erkundigen Sie sich und gehen Sie sicher, dass sich der Onlineshop als seriös herausstellt, beispielsweise indem sie die Kundenbewertung betrachten und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ansehen. Ebenfalls ein gutes Zeichen für einen seriösen Shop sind geprüfte Gütesiegel wie „Trusted Shops.“

Wichtig ist auch, dass das Übertragen von Daten verschlüsselt ist. Das erkennen Sie daran, dass die Internetadresse mit „https://“ beginnt, und nicht mit „https://“. Kreditkartenbesitzer, die Zahlungen im Internet tätigen, wird empfohlen, den Sicherheitsstandard 3D Secure zu nutzen. Diese Lösung bieten MasterCard (MasterCard Secure Code) aber auch Visa (Verified by Visa) an. Wenn Sie sich über ihre Hausbank, für den Sicherheitsstandard angemeldet haben, werden Sie beim Bezahlen, auf eine Eingabeseite geleitet. Damit sie den Einkauf zu Ende führen können, müssen sie dann neben ihren Daten die 3D Secure Code eingeben.

Stellen Sie auch sicher, dass Ihr Computer vor Hackerangriffen geschützt ist. Das erreichen Sie, indem Sie einen Virenscanner sowie ein Firewall installieren und regelmäßig Ihre Programme aktualisieren. Das gilt natürlich auch für Tablets und Smartphones, was aber oft bei diesen Geräten vernachlässigt wird. Wenn Sie online Einkäufe tätigen, dann bitte nur von einem sicheren Computer aus. Also nicht von unverschlüsselten Verbindungen (WLAN) oder aus dem Internet-Café. Das gleiche gilt auch für Ihr Online-Banking. Nach Möglichkeit sollte man eine App für Online-Banking nutzen, um von Mobilgeräten auf Ihr Konto zugreifen zu können.

3. Geben Sie Ihre Kreditkarte niemals aus der Hand

Geben Sie Ihre Kreditkarte niemals aus der Hand und halten Sie diese immer im Auge. Das gilt beim Einkaufen, insbesondere im Restaurant. Wenn Sie den Kellner Ihre Karte mitgeben und er verschwindet in einem Raum, kann schnell die Karte kopiert oder abgeschrieben werden. Wenn Sie bezahlt haben, kontrollieren Sie auch, ob sie wirklich Ihre Karte zurückbekommen haben. Denken Sie auch daran, dass Betrüger durch Ihren Kreditartenbeleg an Ihre Zahlungsdaten gelangen können. Deshalb nehmen Sie diesen immer mit. Die Kreditkarte sollte auch nicht irgendwo herumliegen, weder im Auto, noch im Hotelzimmer oder im Büro.

4. Prüfen Sie ganz genau ihre Kreditkartenabrechnung

Selbst wenn Sie Ihre Kreditkarte nicht aus der Hand gegeben haben und sie auch nicht abhandengekommen ist, ist es immer wichtig, die Kreditkartenabrechnung genau zu prüfen. Schauen Sie sich an, ob die Abbuchungen tatsächlich von ihnen ausgegangen sind. Stellen sie Unregelmäßigkeiten oder andere Ihnen nicht erklärbare Umsätze fest, melden Sie es sofort ihre Bank. Wenn Sie im Urlaub waren, insbesondere im Ausland, und haben dort mit der Kreditkarte bezahlt oder Bargeld abgehoben, nehmen Sie sich die Zeit und prüfen Sie alles ganz genau. Sie sollten jede Abbuchung nachvollziehen können. Wenn Betrüger am Werk sind, werden oft erst kleinere Beträge abgehoben, um zu sehen ob der Inhaber der Karte oder die Bank etwas bemerkt. Die Kriminellen wollen unauffällig bleiben und versuchen das Verhalten des Bankkunden nachzuahmen.

5. Sofort die Karte sperren, wenn Verdacht auf Betrug besteht

Wenn Ihre Kreditkarte verloren ging oder der Verdacht des Betrugs naheliegt, sollten Sie umgehend Ihre Karte sperren lassen. Damit können Sie verhindern, dass Kriminelle noch mehr Schaden verursachen. Andererseits handeln sie grob fahrlässig und können von der Bank für den Schaden haftbar gemacht werden, wenn Sie das nicht tun. Hier eine zentrale Notrufnummer, wenn die Kreditkarte gesperrt werden muss (+49) 116 116. Diese Sperr-Notrufnummer ist 24 Stunden erreichbar und innerhalb Deutschlands kostenlos.

Sie können sich einen Notfall “Infopass” auf der Internetseite der Polizei herunterladen. Schreiben Sie sich die Nummer Ihrer Karte auf und bewahren Sie den Pass getrennt von Ihrer Kreditkarte. Damit Sie im Notfall dann Ihre Kreditkartennummer zur Sperrung der Karte griffbereit haben. Schreiben Sie sich niemals die Geheimzahl auf, sondern nur die Kartennummer.

Tipp: Sollte es dazu kommen, dass Sie Ihre Kreditkarte sperren lassen müssen, notieren Sie sich unbedingt Datum und Uhrzeit der Kartensperrung. Diese Angaben sind dazu wichtig, um festzustellen, wann die Kreditkarte verloren ging und wer bzw. ob danach noch Umsätze getätigt wurden.

Kreditkartenbetrug wer haftet?

Der Kunde muss für Schäden bis zu 50 Euro aufkommen, besagt das Gesetz. Doch viele Banken übernehmen diese Kosten, vorausgesetzt, Sie melden den Verlust der Kreditkarte oder den Versuch des Betruges umgehend. Wenn Sie in betrügerischer Absicht oder grob fahrlässig handeln, müssen Sie selbst haften. Beispiel dafür: Wenn sie ihre Geheimnummer an eine andere Person weitergeben oder sie Ihren PIN gemeinsam mit der Kreditkarte aufbewahren. Haben sie die Bank über den Schaden informiert und ihre Kreditkarte sperren lassen haftet die Bank grundsätzlich für Schäden, die danach entstehen.