Kreditkarten werden immer praktischer, aber auch teurer

gebühren für kreditkarten steigen

Aufgrund einer neuen EU-Richtlinie wurden dieses Jahres nicht nur Girokonten teurer, sondern auch für viele Kreditkarten verlangen die Banken heute mehr Geld als noch vor einem Jahr. Allerdings kann ein Nutzer auch davon profitieren, wenn er eine günstige Karte besitzt.
Es ist wirklich bequem und einfach mit einer Kreditkarte an der Kasse zu zahlen: Einfach PIN eingeben oder unterschreiben und fertig. Teilweise genügt es sogar, die Kreditkarte nur an das Terminal zu halten.

Aber nicht jeder weiß, dass die Bank des Händlers für jede Zahlung ein sogenanntes Interbankenentgelt an die Bank des Kunden zahlen muss. Dabei sind bis Ende vergangenen Jahres Summen entstanden, die deutlich über einem Prozent des Umsatzes lagen und das sehr oft. Mit Beginn des Jahres 2016 hat die EU das Entgelt auf maximal 0,3% des Umsatzvolumens begrenzt. Für die meisten Verbraucher hat das zur Folge, dass indirekt Ihre Kreditkarte teurer wird.

Franz-Gerd Brögel von der Sparkasse Höxter in Westfalen ließ zitieren,

“weil uns Einnahmen verloren gehen, mussten wir neu kalkulieren“.

Die Sparkasse wie auch andere Banken haben die entgangenen Kreditkarteneinnahmen als zusätzliche Kosten an ihre Kunden weitergegeben.

Einzelhandel akzeptiert dies größtenteils

Für die Verbraucher sind diese neuen Richtlinien nicht nur Nachteile. Zahlungen mit Kreditkarte sind für Händler nun wesentlich günstiger. Es ist schwer zu sagen inwieweit diese Einsparungen an den Kunden weitergegeben werden. Doch durch die weitverbreitete Akzeptanz dieses Zahlungsmittel profitieren auch die Kreditkartennutzer bereits.

Discounter wie Lidl, Aldi und andere Ketten wie Kaufland, Mediamarkt und Saturn führten nach Bekanntwerden der neuen Richtlinien sofort Kreditkartenzahlungen ein. An vielen Supermarktkassen kann sogar mit einer entsprechenden Kreditkarte kontaktlos bezahlt werden was ein weiterer Vorteil ist. Bei Beträgen unter 25 € ist keine Unterschrift und PIN-Eingabe erforderlich. Vor allem Kunden, deren Kreditkarte nicht gleichzeitig teurer wird, profitieren von solchen Angeboten.

Kreditkartenkosten gehen im allgemeinen nach oben

Banken können an verschiedenen Stellschrauben drehen um die Kosten für Kreditkarten zu erhöhen. Auf den ersten Blick sind die Gebührenerhöhungen meist nicht zu erkennen. Zum Beispiel: Die Bank hebt die Umsatzgrenze für Kostenfreiheit an. Das bedeutet, dass oft Kunden für eine Gratiskarte künftig Geld bezahlen müssen. Bei vielen Kreditkarten sind auch die Jahresgebühren gestiegen.

Die Commerzbank beispielsweise hat letztens erst ihre Kreditkarte deutlich verteuert. Die Prepaid-Kreditkarte sowohl als auch die Classic wurde bis zu 10,00 € teurer und kosten somit nun jeweils 39,90 € im Jahr. Zehn Euro mehr wird jetzt auch für die Goldkarte fällig.

Auch die Kosten für Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion sind deutlich gestiegen. Barclaycard hat einen Zinssatz von 18,38 Prozent, die die Zinsen für alle Kartenmodelle bei Ratenzahlungen vereinheitlicht. Viel niedriger liegen die Zinsen bei den Premium-Kreditkarten wie der Platinum oder der Barclaycard Visa Gold Card. Dort wurden sogar die Gebühren gesenkt, vor allem können Kunden dort nun weltweit kostenfrei bezahlen.

Aber auch Kartenbesitzer von Direktbanken sind von den Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen. Eine erhöhung der Jahresgebühr findet sich beispielsweise bei der 1822direkt für ihre Standard-Kreditkarte. Sie kostet jetzt 29,90 €, statt zuvor 25,00 €. Ausnahme sind Kunden, die mit der Karte einen Umsatz von 4000,00 € im Jahr haben, statt wie erst 2000,00 € im Jahr. Auch das Auslandseinsatzentgelt wurde angehoben von 1,50 Prozent auf 1, 75 Prozent.

Sie sollten diese Kosten bei Ihrer Kreditkarte im Blick behalten

Zum Girokonto gibt es wahlweise oft Kreditkarten dazu. Es ist aber auch zu empfehlen, solch eine Karte zu nehmen, wenn sie kostenfrei ist oder Zusatzfunktionen hat, die dem Preisleistungsverhältnis angemessen ist. Es ist immer gut die Konditionen mit anderen Banken zu vergleichen auch für Kunden die bereits eine Kreditkarte haben.

Daher raten wir immer erst zu einem kostenlosen Online Kreditkarten Vergleich. Wer immer noch vor einem Kontowechsel zurückschreckt, aber sich über die aktuell gestiegenen Bankgebühren ärgert, kann schon mal einen ersten Schritt tun, nämlich den Anbieter der Kreditkarte wechseln. Was eine Kreditkarte letztendlich wirklich kostet, hängt mit verschiedenen Kriterien zusammen. Diese sind beachtenswert.

Jahresgebühr

Der offensichtliche Kostenpunkt einer Kreditkarte ist die Jahresgebühr. Die Kostenfreiheit ist allerdings in manchen Fällen an zusätzlichen Bedingungen geknüpft, einen Mindestumsatz zum Beispiel. Kostenintensive Kreditkarten beinhalten meist Zusatzfunktionen, wie Rabatte und Reiseversicherungen, die höhere Gebühren rechtfertigen.

Am Automaten Geld abheben

Geld abheben am Automaten kann bei einigen Kreditkarten zusätzlich Geld kosten. Nicht selten wird dabei eine Mindestgebühr verlangt die bei jeder Abhebung fällig wird. Sollten die Beträge höher sein, dann fallen Gebühren von 3 bis 4% für den abgehobenen Betrag an.

Bei Zahlung in Fremdwährung

Wer häufig ins außereuropäische Ausland reist, der sollte bei seiner Kreditkarte beachten, dass Auslandseinsatzentgelt für die bargeldlose Zahlung berechnet werden kann. Es können sogar Fremdwährungsgebühren anfallen wenn man außerhalb der Eurozone reist.

Sonderleistungen der Kreditkarte

Möchte man eine neue Kreditkarte beantragen, so fallen teilweise einmalige Aktivierungsgebühr an. Vor allem bei Prepaid Kreditkarten ist dies üblich. Auch verlangen einige Banken für den Verlust der Kreditkarte Gebühren für einen Ersatz. Es ist möglich, dass die Kunden ihr Geld zurückfordern, denn solche Klauseln in den Preis Verzeichnissen sind teilweise ungültig. Besondere Beachtung ist bei speziellen Kreditkartentypen, wie zum Beispiel die Prepaid-Kreditkarte oder Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion, zu schenken. Denn an der Nutzung sind verschiedene Kosten gekoppelt zum Beispiel ein kostenpflichtiges Aufladen für die Prepaid-Kreditkarte oder Zinszahlung für die Ratenzahlung.